Peter Bichsel zu Religion und Atheismus

In einem Interview mit der Wochenzeitung WOZ vom 24.Dezember 2009 äusserte sich Peter Bichsel zur Frage, was Besonderes denn an Weihnachten sei wie folgt:

Ich weiss, was ein frommer Mensch ist, weil ich es als Kind und Jugendlicher war, und zwar selbstgewählt, nicht durch meine Eltern. Heute bin ich nicht mehr fromm, aber ich bin ein religiöser Mensch, das krieg ich nicht weg. Ich brauche eine sinnvolle Erklärung für diese Welt.

Zum Thema Atheismus äussert sich Peter Bichsel dann:

Ich glaube an Gott, aber ich weiss, dass es ihn nicht gibt. Könnte man den Gottesbeweis erbringen, würde er mich nicht mehr interessieren. Gott ist nicht Realität, er ist ein Stück Wahrheit.

Danach erläutert Bichsel die Aussage, was ich dann am Interessantesten fand:

Die schrecklichsten Sektierer für mich sind die Atheisten. Die Freidenker machen eine Religion aus ihrer Ablehnung. Schauen Sie sich um: All die Religionen, die es heute gibt! Die Religion der Nichtraucher, mit denen haben wir jetzt unsere Schwierigkeiten. Ich nicht mehr zuhören, wenn mir jemand die Astrologie erklären will. Er ist absolut Fundamentalist. Er wird sehr laut, wenn er mir seine Religion erklärt, und er hat Beweise. Die Homöopathie, die Bachblüten oder die Esoterik: Ein Fundamentalismus neben dem anderen!

Anschliessend wird erläutert, dass Fundamentalismus ein Grundbedürfnis des Menschen sei, und das er offenbar auch habe.

Ich frage mich dazu oft: Warum geht es nicht ohne Fundamentalismen?

Veloroute vom 29.6.2010 (Bern, Burgdorf, Moosegg, zurück)

Heute war’s wieder Zeit für eine etwas längere und härtere Tour. Härter meint hier Steigungen um die 800m und eine Distanz von über 90km. Für einen Anfänger nicht schlecht. Oder was findet ihr? Schreibt doch einen Kommentar. Hier einige Fotos und weiter unten die Karte zur Tour.
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Bike route 565469 – powered by Bikemap 

Super Kommentar zum WM-Match Chile – Schweiz vom 21.6.2010

In der WOZ Die Wochezeitung (woz.ch) war am 24.6.2010 ein aus meiner Sicht super Kommentar zum Fussball-Match vom 21.6.2010 Chile – Schweiz an der Weltmeisterschaft 2010 zu lesen. Und zwar ging es um die vielen rassistisch motivierten Kommentare, die auf vielen Webseiten zu lesen und in der Öffentlichkeit zu hören waren. Die Kommentare betrafen die Entscheidungen des Schiedsrichters, der, nur nebenbei bemerkt, in dieser Partei auch ab und zu “Unparteiischer” genannt wurde. Ich habe mir die Qual angetan und den ganzen(!!!) Match im Schweizer Fernsehen angesehen. Doch nun zurück zum Kommentar von Pedro Lenz, der schon einige sehr interessante Beiträge und Bücher geschrieben hat. Der letzte Abschnitt war der Folgende:

Der Alltag hat uns also wieder. Vorbei das schöne Geplauder von Völkerverständigung im Regenbogenland. Kaum geht es hart auf hart, kehrt der alte Rassendünkel zurück an die Oberfläche: Dort draussen die dreckigen Kameltreiber und hier im Inland die selbstgerechten Opfer. Heil dir, Helvetia! Pedro Lenz

Quelle
WOZ Die Wochenzeitung www.woz.ch

Wertung von Arbeit

Grosse Bravo, Chapeau & Merci dem Blutspendedienst Bern (blutspendedienst-bern.ch)

Heute war ich wieder einmal Blutspenden. Da sind also ein paar Frauen, die eine wirklich super Leistung vollbringen, auf oberstem Qualitätsniveau und das gratis. Diese empfangen jede/n sehr herzlich, betreuen ihn/sie und sorgen auch noch für eine lockere Atmosphäre. In welcher Bank finden Sie das? Jemand der ein Hemd trägt, muss noch lange nicht anständig sein! Sonst besucht mal den Mobilzone-Laden am Bärenplatz in Bern!

Daneben gibt es tausende Hemdenträger, die tonnenweise, mit Arbeit verdientes, Geld aus dem Fenster werfen.

Welchen Stellenwert hat also dann Arbeit gegen Geld noch? Sollte man nicht mal den Lohn, der tendenziell für mehr Arbeitszeit, kleiner wird, abschaffen? Was meint ihr?

Bin gespannt auf Eure Kommentare!

Ein Faustschlag in’s Gesicht

Also ich muss hier mal wieder etwas Dampf loswerden

Wenn die Banken hart verdientes Geld absichtlich in den Sand setzen und andere dafür büssen müssen, dann finde ich das ungerecht. Wenn aber die genau gleichen Leute, die die Banken verteidigen, einer 30% arbeitenden Mutter (mit 2 Kindern), die trotz der Arbeit zum Bezug von Sozialhilfe gemacht wird, in’s Gesicht sagen dürfen, die Sozialhilfe verpuffe und untersütze “Sozialschmarozer” dann muss das wie ein Faustschlag aufs Auge jedes Sozialhilfeempfängers sein, der eigentlich arbeiten MÖCHTE. Mann kann diesen vollständig unfähigen (dafür aber gut angezogenen) Leuten sogar noch eine Person vorsetzen, die seit 8 Jahren Bewerbungen schreibt und gelegentlich arbeiten kann und die sagen dann immer noch, Sozialhilfe muss gekürzt werden, weil Sozialhilfeempfänger zu faul sind. Bitte bitte verschont mich von SVP-Parolen, die 20Minuten, Blick oder was es noch für volksverblödende Medien gibt, vertreiben. Es gibt keine Sozialschmarozer aber es gibt Firmen, die nicht Geld horten, sondern, entgegen ihrem Namen, vernichten! Das war eine Abklenkung und es gibt jetzt wieder, und es wird sie immer geben! Wie ein Taschendieb rempeln uns diese Leute zwar an und wir denken nach einem “Entschuldigung”, sie haben’s gar nicht absichtlich gemacht. Dies erweist sich aber nach einem Griff nach hinten rechts als Trugschluss.

Die Menschen aus der Politik, die öffentlich für Sozialhilfepolitik zu ihrer Meinung beigezogen werden, sind der Meinung, dass z.B. Unternehmer aktiv angegangen werden sollten, ob sie nicht vielleicht Lust hätten, einen Sozialhilfeempfänger einzustellen. Meist zahlt da noch die Sozialhilfe mit. Die Sozialhilfe sollte aber das Geld ausgeben können, um die Sozialhilfeempfänger wieder eingliedern zu können, was sie aber wegen mangelnden Ressourcen bekannterweise schon lange nicht mehr kann. Also wie perfid ist sowas denn? Passt aber ziemlich gut zu dem, was Sozialhilfeempfängern gesagt wird. Nämlich: Du musst zwar Arbeiten, aber davon Leben kannst Du wahrscheinlich nicht.

Quelle

Der Club vom 05.01.2010 zum Thema: “Arm in der reichen Schweiz – Ein Luxusproblem?” (Eine Sendung von sf. Ist auf www.sf.tv als Podcast downloadbar)

Wann begreift die Schweiz, dass sie ein Einwanderungsland ist?

WOZ vom 15.April 2010. Interview mit Mark Terkessidis (Psychologe und Autor aus Berlin) der das Buch “Interkultur” (erschienen im Suhrkamp Verlag. Berlin 2010. 2020 Seiten. Fr. 22.50) geschrieben hat.

Einige wichtige Punkte aus dem Interview hier zusammengefasst.

Integration – ein alter Zopf

Das Intergrationskonzept ist aus den siebziger Jahren. Die Probleme sind nicht die Gleichen mehr. Herr Terkessidis listet die folgenden auf:

  • mangelnde Sprachbeherschung
  • patriarchale Familienverhältnisse
  • parallgesellschaftliche Strukturen

Das eigentliche Problem ist viel mehr die Vorstellung, es gäbe “eine Gruppe in der Gesellschaft – “Personen mit Migrationshintergrund” – die bestimmte Defizite aufweisen. Dabei ist es so, dass diese Gruppe dieses Defizit aufzuarbeiten hat, weil es eine bestimmte Norm gibt, die jeder hier lebende Mensch erreichen muss. Dies Norm ist deutsch, schweizerisch, wie auch immer. Das Problem ist aber, dass die Ausländer in den deutschen Städten in der Mehrheit sind. D.h. es gibt keine Norm mehr!

Aus meiner Sicht ist dies genau der richtige Denkansatz. Diese Denkweise ist auch viel realitätsnäher als es die 57% (Ja-Anteil an der Minarettabstimmung) rassistischen SchweizerInnen je sein können.