“Für eine offene und solidarische Schweiz”

Im Buch “Die überflüssige Schweiz” vom Denknetz herausgegeben, sind 7 Punkte für eine offene und solidarische Schweiz aufgelistet:

  1. Die Personenfreizügigkeit ist ein grundlegendes Freiheitsrecht. Wird es beschnitten, dann verschlechtert sich die Lage jener, die auf Erwerbsarbeit angewiesen sind. Sie haben weniger Wahlmöglichkeiten und können sich schlechter gegen unfaire Arbeitsbedingungen zur Wehr setzen. Dasselbe gilt für das Recht, in Freiheit dort zu leben, wo man sozial verankert ist. Völkerrechtswidrige Ausschaffungen sind inakzeptabel.
  2. Nicht die ausländischen Arbeitnehmenden sind das Problem, sondern eine Politik, die maximale Profite und eine Umverteilung von unten nach oben fördert. Die Lohnschere driftet immer mehr auseinander. Der Schutz der Lebensräume und der Umwelt wird kommerziellen Interessen geopfert. Die Spekulation drückt die Mietzinse nach oben. Die Kantone haben nicht mehr genügend Mittel, um ihre öffentlichen Dienste ausreichend zu finanzieren, weil sie laufend die Steuern für Konzerne und hohe Einkommen senken.
  3. Nicht die Zuwanderung ist das Problem. sondern die fremdenfeindliche Stimmungsmache. Die SVP betreibt eine Dauerkampagne gegen AuslanderInnen und will damit von jenen gesellschaftlichen Kreisen ablenken, die für die wirklichen Probleme die Verantwortung tragen: Umweltverschmutzung, Lohndumping. zu hohe Mieten, die Verschandelung der Landschaften, soziale Ungleichheit, hoher Stress fur berufstãtige Eltern. Dies gilt es aufzudecken, und hier liegen die Probleme, die wir ernst nehmen und die wir angehen müssen. Die Konstruktion des >Fremden< führt hingegen in die Irre und ist eine reine Sündenbockstrategie.
  4. Menschen, die an Leib und Leben bedroht sind, haben in der Schweiz Anrecht auf Asyl. Die SVP-Initiative spielt Flüchtlinge und andere MigrantInnen gegeneinander aus. Da Krisen und Konflikte nicht vorhersehbar sind, kann die Anzahl der Flüchtlinge nicht in jährlichen Kontingenten erfasst werden, was überdies auch die internationale Flüchtlingskonvention verletzen würde. Zudem tragen multinationale Schweizer Unternehmen in armen Ländern mit Steueroptimierung und Verstösssen gegen Arbeits- und Umweltrechte Mitverantwortung dafür, dass Krisen entstehen und Menschen ihre Lebensgrundlagen verlieren. Eine entwicklungspolitisch kohärente Umwelt-, Handels- und Finanzpolitik auf der Basis der Menschenrechte hilft Menschen, in ihrer Heimat eine Existenzgrundlage und sichere Lebensbedingungen zu finden.
  5. Der entscheidende Hebel, mit dem Wanderungsbewegungen gesteuert werden, sind die Nachfrage nach Arbeitskräften und damit insbesondere die Löhne, die Unternehmenssteuern und weitere Standortfaktoren. Eine angemessene Besteuerung von Unternehmen und die Bekämpfung von Lohndumping sind die besten Mittel gegen die von der SVP beklagte >Masslosigkeit<. Fremdenfeindlichkeit hingegen bewirkt das Gegenteil: Je weniger Rechte die Eingewanderten haben, umso weniger können sie sich gegen tiefe Löhne und schlechte Arbeitsbedingungen wehren, und umso mehr geraten auch die Lohne der einheimischen Beschäftigten unter Druck.
  6. Die Debatte um die Frage, was “der Schweiz nützt und was nicht” ist irreführend und falsch. Der Nutzen wird nur in Form von ökonomischem Mehrwert definiert, die Menschen werden auf ihre Arbeitskraft reduziert. Gesellschaftspolitische Ziele werden negiert. Wir wollen aber kein Land voller Diskriminierung, Hass und Missgunst, wäre es ökonomisch gesehen noch so >reich<. Zudem wird die Einheit und Solidarität der Schweiz von >oben< ausgehöhlt. In den letzten Jahren profitierten vor allem die Grosskonzerne und Menschen mit sehr grossen Vermögen und Abzockerlöhnen, nicht die
    breite Bevölkerung
  7. Die Schweiz ist ein gutes Beispiel dafür, wie Menschen aus den verschiedensten Kulturen erfolgreiche Gemeinschaften bilden. Sie beruht auf vier Kultur- und Sprachregionen. Sie ist das Ergebnis von Offenheit und von Kooperation mit Menschen aus aller Welt. Der industrielle Aufstieg der Schweiz hätte ohne die Beteiligung von eingewanderten französische UhrmacherInnen unddeutschen IngenieurInnen nicht stattgefunden. Die Kinder von Einwanderlnnen aus Kroatien und Albanien haben wesentlichen Anteil am Erfolg der Fussballnationalmannschaft. Wir wollen und brauchen eine offene Schweiz, die sich als Teil Europas und als Teil der Welt versteht. Gerade für die Schweiz gilt wie kaum für einanderes Land: Sie ist multikulturell – oder sie ist nicht.

Wer putzt die Schweiz?

Während wir nach einem Arbeitstag in unseren ruhigen Vorstadtwohnungen sitzen, werden die Büro’s, welche wir tagsüber benutzen, gereinigt. Selten kommen wir mit den Menschen die diese Arbeit verrichten und noch seltener mit deren Schicksalen in Berührung. Doch hätten diese Menschen interessante Geschichten zu erzählen. Vielleicht die Interessanteren, als sie tagsüber je entstehen könnten?

Der Buchtipp von mir: “Wer putzt die Schweiz? – Migrationsgeschichten mit Stolz und Sprühwischer” von Marianne Pletscher und Marc Bachmann, 256 S., Limmat-Verlag, 2022, 38 CHF (Link zur Verlagsseite)

Coronaimpfung und die Schweizer/innen schalten ihr Hirn ab

Nun hat der Bundesrat für das Betreten von einigen Innenräumen die Zertifikationspflicht ausgerufen (siehe https://www.bag.admin.ch/bag/de/home/krankheiten/ausbrueche-epidemien-pandemien/aktuelle-ausbrueche-epidemien/novel-cov/massnahmen-des-bundes.html). Nun ist von Impfzwang, der Spaltung der Gesellschaft, von einem Zweiklassensystem, der bedrohten Freiheit des Einzelnen und den verletzten Grundrechten von Impfgegenern/innen die Rede.

Zitat aus der WOZ: “Wo grosses Vokabular bemüht wird, gilt es, misstrauisch zu sein”. …finde ich super und trifft den Nagel auf den Kopf! Denn diese Begriffe verheimlichen, dass die Wirklichkeit eben komplizierter ist.

Für weitere Anregungungen und Denkanstösse verweise ich auf den entsprechenden WOZ-Artikel: https://www.woz.ch/-bc90

“Die Augen weit geschlossen” / eyes wide shut

Aluhutträger, Esoteriker, Möchte-gern-kritisch Denkende, usw. gibt es im Moment zu hauf. Was jedoch zur Zeit am meisten nervt, und dies betrifft vermutlich den Grossteil der Bevölkerung, sind die vermeintlich kritischen Stimmen zu Covid-19. Dies betrifft wahrscheinlich auch diejenigen, welche nun einen Sturm auf das Kapitol in Amerika mitgemacht oder diesen befürwortet haben.

Alles was es dazu zu sagen gibt, steht für mich im nachfolgenden Text von der repulik.ch (Link):

Mut haben, sich des eigenen Verstandes zu bedienen – und gleichzeitig alles ungeprüft aufsaugen, was Youtube serviert: flat earth, Chemtrails, Hohlerde, Kinderblut trinkende Eliten und Bill Gates, der uns Chips implantieren will.

Die Augen weit geschlossen.

Eyes wide shut.

MS Windoof im Büro und zu Hause… logisch? Mitnichten!!!

Der Dokumentarfilm “Das Microsoft-Dilemma” in der ARD Mediathek unbedingt anschauen!

Beschreibungstext auf ardmediathek.de:

“Wanna Cry” war ein Weckruf: Die Cyber-Attacke mit dem Erpressungstrojaner traf im Mai 2017 hunderttausende Rechner in über 100 Ländern. Dass ein Schadprogramm so eine Schlagkraft entwickeln kann, liegt auch an Microsoft.

Schweiz wählt Wasserköpfe – zum Rechtsrutsch bei den Parlamentswahlen 2015

Die neunzig Änderungsanträge des Thomas Aeschi wurden abgeschmettert. Der SVP-Fraktionschef (Finanz) wollte bei der Entwicklungshilfe noch einmal 100 Millionen Franken sparen, als das Parlament. Insgesamt eine Viertelmilliarde. Beim Bundespersonal sollten Querschnittkürzungen von 300 Millionen Franken (149 Millionen will Bundesrat Ueli Maurer ohnehin sparen) durchgeführt werden.

Alles nur zum Schuldenabbau. Und woher kommen die Schulden? Hat bei der Finanzkrise 2008 nicht der Staat einer gewissen Bank 68 Milliarden Franken geschenkt?

Für Roger Köppel gehen die ganzen Einsparungen jedoch noch zu wenig weit. Er sei in de Politik eingestiegen, um den Staatsabbau voranzutreiben: “In Bern hocken zu viele Etatisten, die nicht konsequent für die Freiheit der Bürger und gegen Umverteilung kämpfen.

Wer nun SVP gewählt hat, hat diejenige/derjenige nicht Bauernvertreter oder Gewerbler gewählt? Sind es nicht solche menschennahe Volksvertreter, welche im Parlament nun das sagen haben? Weit gefehlt! Längst hat in der SVP ein Kulturwandel stattgefunden wodurch nun Juristinnen, Banker und UnternehmerInnen das Sagen haben. Dazu gehören nebst Roger Köppel Ems-Chefin Magdalena Martullo-Blocher, Banker Thomas Matter und Harvard-Absolvent Thomas Aeschi (der neue Fraktionschef).

Nun weiss aber das rechte Wahlvolk nicht, was es will. An der Urne verlor die rechte Mehrheit die Abstimmung über die Unternehmenssteuerreform III.

Wer nun meint, dass die auf nationaler Ebene gewählten Wasserköpfe für das Volk alleine wenig ausrichten, täuscht sich. Auf nationaler Ebene ist es leichter, Staatsabbau, Deregulierung und Privatisierung durchzusetzen, als auf kantonaler Ebene oder in den Gemeinden. Politologe Jean Müller sagt dazu: “Weiter unten ist die Politik konkreter, und die Auswirkungen sind unmittelbar spürbar. Streicht man jedoch in Bern die Ergänzungsleistungen zusammen, merken das die Kantone und Gemeinden erst ein paar Jahre später. Die Stimmbürger realisieren also lange nicht wirklich, wie sich die rechte Parlamentsmehrheit auswirkt.”

Zum Abschluss noch eine Aussage von SP-Nationalrat Beat Jans: “Nun hat der Nationalrat die Revision des Steuerstrafrechts versenkt und damit das Bankgeheimnis im Inland besiegelt. Das zeigt, dass sich rechts von Grünen und SP niemand mehr für ein gerechtes Steuersystem einsetzt. Die beste Lobby in diesem Parlament haben die Milliardäre.”