Michèle Roten hat wieder einmal ins schwarze getroffen

Erstes gutes Zitat von Michèle Roten:

Leserbriefwellen sind nie dümmer, als wenn sie von rechts kommen.

Also bitte, 57% der Schweizer Stimmenden, lasst es! Wenn wir Eure Meinung hören möchten, können wir auch Hitler’s “Mein Kampf” lesen.

Dann konnte weiter unten in der Kolumne in “Das Magazin” von Michèle Roten folgendes gelesen werden:

… so sehr es manchmal auch schmerzt, es ist doch wichtig, zu wissen, wovon man umgeben ist. Man darf sich nichts vormachen, sich nicht einlullen lassen von der künstlichen kleinen, schönen Welt, die man sich erschaffen hat – denn die grössere Welt ist ja meist so ganz anders drauf.

Haben Sie vielen Dank Frau Roten!

Quelle: DAS MAGAZIN, No 40, 9.10 – 15.10.2010 (DasMagazin.ch)

Zusammenfassung “DIE ZÄHMUNG DES MENSCHEN” von R. Safranski

Nachfolgend einige Textschnipsel aus einem Essay von R. Safranski, das im Spiegel 38/2010 veröffentlicht wurde.

Am interessantesten fand ich den Abschnitt über die drei grossen Kränkungen des Menschen.

Es war Schopenhauer, der zuerst jene später von Freud sogenannten drei grossen Kränkungen des menschlichen Grössenwahns im Zusammenhang bedacht hat, Kränkungen, die zur Signatur des modernen Welt- und Selbstbewusstseins gehören. Die kosmologische Kränkung: Unsere Welt ist eine der zahllosen Kugeln im unendlichen Raum, “auf der ein Schimmelüberzug lebende und erkennende Wesen erzeugt hat”. Die biologische Kränkung: Der Mensch ist ein Tier, bei dem die Intelligenz lediglich den Mangel von Instinkten ausgleicht. Die psychologische Kränkung: Das bewusste Ich ist nicht Herr im eigenen Hause. Schopenhauer hat zu einer Zeit, die noch vom Vernunftglauben erfüllt war, mit rationaler Erkenntnis das Nichtrationale der Lebensprozesse aufgedeckt, weshalb ihn Thomas Mann den “rationalsten Philosophen des Irrationalen” nannte.

Besonders fand ich in der oben zitierten Textpassage den Satz: “Der Mensch ist ein Tier, bei dem die Intelligenz lediglich den Mangel von Instinkten ausgleicht.”

Weiter interessant fand ich die Einsicht der Beziehung des Menschen zur Natur.

Der Begriff “Wille” bezeichnet nicht die rationale Absicht, sondern den unersättlichen Trieb, das ruhelose Begehren. Der Wille will nur sich selbst, will leben, überleben. Vor der Natur des Willens müsste es uns eigentlich “grausen”. Da gibt es kein bergendes Reich der Mütter. Wir können nicht mit einer Erde befreundet sein, deren Zufallsprodukt wir sind und die mit unserem Tod das Leben der Gattung erhält. Die Natur ist kein Ort stiller Besänftigung, sondern ein dschungelhaftes Kampfgetümmel.

Einige Stellen weiter weist Safranski darauf hin, dass Schopenhauer die Welt ziemlich düster gesehen hat. So ist z.B. das Mitleid für Schopenhauer die einzige authentische Quelle der Moral. Damit bleibt nur der egoistische Wille, der Lebenstrieb im Menschen. Dieser Wille (was genau Schopenhauer mit “Wille” meinte, kann auf Wikipedia nachgelesen werden) kann nur durch Verneinung gegen sich selbst gewendet, also für kurze Zeit abgewendet, werden.

Schlussendlich kommt es darauf an, hochgesinnt und hochgemut auch ohne Glauben an ein höheres Wesen zu sein. Und damit ist Safranski am Schluss und aus meiner Sicht bei seinem eigentlich Anliegen angelangt. In den Worten Schopenhauers:

In der Kraft zur Überwindung des selbstsüchtigen Willens liegt für ihn die Würde des Menschen beschlossen.

Wir müssen zurückrudern. Das wäre der Fortschritt, der an der Zeit ist.

Peter Bichsel zu Religion und Atheismus

In einem Interview mit der Wochenzeitung WOZ vom 24.Dezember 2009 äusserte sich Peter Bichsel zur Frage, was Besonderes denn an Weihnachten sei wie folgt:

Ich weiss, was ein frommer Mensch ist, weil ich es als Kind und Jugendlicher war, und zwar selbstgewählt, nicht durch meine Eltern. Heute bin ich nicht mehr fromm, aber ich bin ein religiöser Mensch, das krieg ich nicht weg. Ich brauche eine sinnvolle Erklärung für diese Welt.

Zum Thema Atheismus äussert sich Peter Bichsel dann:

Ich glaube an Gott, aber ich weiss, dass es ihn nicht gibt. Könnte man den Gottesbeweis erbringen, würde er mich nicht mehr interessieren. Gott ist nicht Realität, er ist ein Stück Wahrheit.

Danach erläutert Bichsel die Aussage, was ich dann am Interessantesten fand:

Die schrecklichsten Sektierer für mich sind die Atheisten. Die Freidenker machen eine Religion aus ihrer Ablehnung. Schauen Sie sich um: All die Religionen, die es heute gibt! Die Religion der Nichtraucher, mit denen haben wir jetzt unsere Schwierigkeiten. Ich nicht mehr zuhören, wenn mir jemand die Astrologie erklären will. Er ist absolut Fundamentalist. Er wird sehr laut, wenn er mir seine Religion erklärt, und er hat Beweise. Die Homöopathie, die Bachblüten oder die Esoterik: Ein Fundamentalismus neben dem anderen!

Anschliessend wird erläutert, dass Fundamentalismus ein Grundbedürfnis des Menschen sei, und das er offenbar auch habe.

Ich frage mich dazu oft: Warum geht es nicht ohne Fundamentalismen?

Veloroute vom 29.6.2010 (Bern, Burgdorf, Moosegg, zurück)

Heute war’s wieder Zeit für eine etwas längere und härtere Tour. Härter meint hier Steigungen um die 800m und eine Distanz von über 90km. Für einen Anfänger nicht schlecht. Oder was findet ihr? Schreibt doch einen Kommentar. Hier einige Fotos und weiter unten die Karte zur Tour.
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Bike route 565469 – powered by Bikemap 

Super Kommentar zum WM-Match Chile – Schweiz vom 21.6.2010

In der WOZ Die Wochezeitung (woz.ch) war am 24.6.2010 ein aus meiner Sicht super Kommentar zum Fussball-Match vom 21.6.2010 Chile – Schweiz an der Weltmeisterschaft 2010 zu lesen. Und zwar ging es um die vielen rassistisch motivierten Kommentare, die auf vielen Webseiten zu lesen und in der Öffentlichkeit zu hören waren. Die Kommentare betrafen die Entscheidungen des Schiedsrichters, der, nur nebenbei bemerkt, in dieser Partei auch ab und zu “Unparteiischer” genannt wurde. Ich habe mir die Qual angetan und den ganzen(!!!) Match im Schweizer Fernsehen angesehen. Doch nun zurück zum Kommentar von Pedro Lenz, der schon einige sehr interessante Beiträge und Bücher geschrieben hat. Der letzte Abschnitt war der Folgende:

Der Alltag hat uns also wieder. Vorbei das schöne Geplauder von Völkerverständigung im Regenbogenland. Kaum geht es hart auf hart, kehrt der alte Rassendünkel zurück an die Oberfläche: Dort draussen die dreckigen Kameltreiber und hier im Inland die selbstgerechten Opfer. Heil dir, Helvetia! Pedro Lenz

Quelle
WOZ Die Wochenzeitung www.woz.ch

Wertung von Arbeit

Grosse Bravo, Chapeau & Merci dem Blutspendedienst Bern (blutspendedienst-bern.ch)

Heute war ich wieder einmal Blutspenden. Da sind also ein paar Frauen, die eine wirklich super Leistung vollbringen, auf oberstem Qualitätsniveau und das gratis. Diese empfangen jede/n sehr herzlich, betreuen ihn/sie und sorgen auch noch für eine lockere Atmosphäre. In welcher Bank finden Sie das? Jemand der ein Hemd trägt, muss noch lange nicht anständig sein! Sonst besucht mal den Mobilzone-Laden am Bärenplatz in Bern!

Daneben gibt es tausende Hemdenträger, die tonnenweise, mit Arbeit verdientes, Geld aus dem Fenster werfen.

Welchen Stellenwert hat also dann Arbeit gegen Geld noch? Sollte man nicht mal den Lohn, der tendenziell für mehr Arbeitszeit, kleiner wird, abschaffen? Was meint ihr?

Bin gespannt auf Eure Kommentare!