Die benediktinischen Ordensregeln – auch heute top aktuell

Da heisst es zusammgefasst  von Anselm Bilgri und Konrad Stadler z.B.:

Und unterscheide: Schau dir die Situationen und Menschen genau an! Lerne deine Mitmenschen kennen. Achte darauf, von wem du was fordern kannst, über- und unterfordere weder andere noch dich selbst! Lass jeden so sein, wie er ist! Denke langfristig und entscheide so, wie es für dich und zu dir passt.

 

Zitat aus der NZZ Online

Über das Sommerloch in den Medien habe ich ein gutes Zitat in einem Artikel der NZZOnline gefunden:

In der heissen Zeit des Jahres, wenn die Zeitungen dünner werden und das Fernsehen dümmer wird, gleichen die blossgelegten Hautoberflächen das Informationsdefizit aus.

Tatsächlich ist der ganze Artikel nicht nur sehr unterhaltsam, er ist auch äusserst lehrreich. Der Artikel heisst im Titel “Altersflecken auf der moralischen Haut” und ist unter folgendem Link abrufbar.

Velotour vom 16.7.2011 auf den Belpberg

Am 16.7.2011 unternahm ich eine Velotour auf den Belpberg. Der Weg führte mich am 2. Tag des Gurtenfestivals von Bern, am Gurtenbähnli vorbei nach Belp, wo ich den direkten Anstieg auf den Belpberg in Angriff nahm. Als ich oben in Egghübeli ankam, Richtung Sädel fuhr (Google Maps Kartenausschnitt) und mich bereit für die Abfahrt machte, empfing mich ein atemberaubendes Alpenpanorama. Dazu hab ich in der ZenPhoto-Gallerie einige Fotos verlinkt. Voilà 🙂
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Auf einer Kugel ist jeder Punkt ein Mittelpunkt

Hier einige, wie ich finde, gute Passagen aus einem Interview mit Thomas Hürlimann im derBund vom 2. Juli 2011.

DerBund: Die Globalisierung macht auch uns Heutigen zu schaffen.
Thomas Hürlimann: Ja, wir müssen uns in einer neuen Epoche neu definieren wie die Eidgenossen 1798 beim Einmarsch der napoleonischen Truppen. Das Neue zu akzeptieren, fällt schwer, denn heimisch sind wir immer nur im Konkreten, das heisst im “Gewachsenen”. Ernst Jünger hat gesagt: “Auf einer Kugel ist jeder Punkt ein Mittelpunkt”. Es geht darum, in der globalen Welt unseren Punkt zu retten.

DerBund: Was können wir von unseren Vorfahren lernen, die damals die Epochenwende bewältigt haben?
T.H.: Seit den Söldnerzeiten ist die Schweiz international vernetzt. Allerdings gehen wir mit diesen günstigen Verbindungen nicht selbstbewusst um, sondern defensiv und ängstlich.

T.H. weiter zur Schweizer Politik: Anders als die Schweizer Wirtschaft, ist unsere Politik nach innen gerichtet. Zur Zeit der Raubgoldaffäre war es den Schweizer Politikern offenbar nicht bewusst, dass sie in den USA über die Fernsehsender liefen. Sie sprachen immer nur zu den Schweizern. Es ist unglaublich, dass in Bern kein Mensch wahrhaben will, in welch brandheisser Situation unser Land steckt. Die Sensibilität für die Aussenwelt ist uns abhandengekommen.

T.H. zur Abschottung der Schweiz: Mit der spanischen Grippe 1918 war es mit der Freiheit in der Schweiz vorbei. Beispiele wie Lenin in Zürich oder die Anarchistenschule im Tessin zeigen, das man in der Schweiz mal denken, sagen, schreiben und publizieren durfte, was man wollte. Mit der Grippe entstand die Furcht, das Böse komme von aussen – wie die Viren. Da begann die Abschottung. Um es mit Nietzsche zu sagen: Man richtete die Nüstern nach innen. Und das ist gefährlich. Weil man dann den Arsch zur Welt hat. Und dann kann es eben sein, dass man in diesen Arsch getreten wird.

Michèle Roten hat wieder einmal ins schwarze getroffen

Erstes gutes Zitat von Michèle Roten:

Leserbriefwellen sind nie dümmer, als wenn sie von rechts kommen.

Also bitte, 57% der Schweizer Stimmenden, lasst es! Wenn wir Eure Meinung hören möchten, können wir auch Hitler’s “Mein Kampf” lesen.

Dann konnte weiter unten in der Kolumne in “Das Magazin” von Michèle Roten folgendes gelesen werden:

… so sehr es manchmal auch schmerzt, es ist doch wichtig, zu wissen, wovon man umgeben ist. Man darf sich nichts vormachen, sich nicht einlullen lassen von der künstlichen kleinen, schönen Welt, die man sich erschaffen hat – denn die grössere Welt ist ja meist so ganz anders drauf.

Haben Sie vielen Dank Frau Roten!

Quelle: DAS MAGAZIN, No 40, 9.10 – 15.10.2010 (DasMagazin.ch)

Zusammenfassung “DIE ZÄHMUNG DES MENSCHEN” von R. Safranski

Nachfolgend einige Textschnipsel aus einem Essay von R. Safranski, das im Spiegel 38/2010 veröffentlicht wurde.

Am interessantesten fand ich den Abschnitt über die drei grossen Kränkungen des Menschen.

Es war Schopenhauer, der zuerst jene später von Freud sogenannten drei grossen Kränkungen des menschlichen Grössenwahns im Zusammenhang bedacht hat, Kränkungen, die zur Signatur des modernen Welt- und Selbstbewusstseins gehören. Die kosmologische Kränkung: Unsere Welt ist eine der zahllosen Kugeln im unendlichen Raum, “auf der ein Schimmelüberzug lebende und erkennende Wesen erzeugt hat”. Die biologische Kränkung: Der Mensch ist ein Tier, bei dem die Intelligenz lediglich den Mangel von Instinkten ausgleicht. Die psychologische Kränkung: Das bewusste Ich ist nicht Herr im eigenen Hause. Schopenhauer hat zu einer Zeit, die noch vom Vernunftglauben erfüllt war, mit rationaler Erkenntnis das Nichtrationale der Lebensprozesse aufgedeckt, weshalb ihn Thomas Mann den “rationalsten Philosophen des Irrationalen” nannte.

Besonders fand ich in der oben zitierten Textpassage den Satz: “Der Mensch ist ein Tier, bei dem die Intelligenz lediglich den Mangel von Instinkten ausgleicht.”

Weiter interessant fand ich die Einsicht der Beziehung des Menschen zur Natur.

Der Begriff “Wille” bezeichnet nicht die rationale Absicht, sondern den unersättlichen Trieb, das ruhelose Begehren. Der Wille will nur sich selbst, will leben, überleben. Vor der Natur des Willens müsste es uns eigentlich “grausen”. Da gibt es kein bergendes Reich der Mütter. Wir können nicht mit einer Erde befreundet sein, deren Zufallsprodukt wir sind und die mit unserem Tod das Leben der Gattung erhält. Die Natur ist kein Ort stiller Besänftigung, sondern ein dschungelhaftes Kampfgetümmel.

Einige Stellen weiter weist Safranski darauf hin, dass Schopenhauer die Welt ziemlich düster gesehen hat. So ist z.B. das Mitleid für Schopenhauer die einzige authentische Quelle der Moral. Damit bleibt nur der egoistische Wille, der Lebenstrieb im Menschen. Dieser Wille (was genau Schopenhauer mit “Wille” meinte, kann auf Wikipedia nachgelesen werden) kann nur durch Verneinung gegen sich selbst gewendet, also für kurze Zeit abgewendet, werden.

Schlussendlich kommt es darauf an, hochgesinnt und hochgemut auch ohne Glauben an ein höheres Wesen zu sein. Und damit ist Safranski am Schluss und aus meiner Sicht bei seinem eigentlich Anliegen angelangt. In den Worten Schopenhauers:

In der Kraft zur Überwindung des selbstsüchtigen Willens liegt für ihn die Würde des Menschen beschlossen.

Wir müssen zurückrudern. Das wäre der Fortschritt, der an der Zeit ist.